Englisches Billard, auch English Billiards genannt, ist die erste bekannte Variante des Lochbillards. Die Ursprünge reichen bis in das 18. Jahrhundert in England zurück. Es ist neben Snooker auch heute noch insbesondere in Großbritannien und den British Commonwealth Staaten enorm beliebt und findet auch in Indien, Australien Südafrika oder Thailand viele begeisterte Anhänger. Zum Englischen Billard gehören ein 12-Fuß-Tisch mit sechs Taschen, spezielle Queues, für jeden Spieler ein weißer oder gelber Spielball sowie ein dritter Ball, der rote Objektball. Der Tisch ist dabei 3,65 Meter lang, 1,86 Meter breit und 85 Zentimeter hoch und wird heute umgangssprachlich – allerdings historisch nicht korrekt – gemeinhin als Snookertisch bezeichnet.

Englisches Billard verbindet die unterschiedlichen Elemente der verschiedenen Spielarten des Billards. Punkte werden zum Beispiel wie bei Carambolage erzielt, wenn man mit seinem Spielball die beiden anderen Kugeln trifft. Auf Elemente des Poolbillards und der Carambolage trifft man unter anderem, wenn man eine der beiden anderen Kugeln versenkt (Winning Hazard) oder seine eigene nach einer Karambolage mit mindestens einer Kugel versenkt (Losing Hazard und Cannon). Werden diese Elemente außerdem miteinander kombiniert, so kann der Spieler noch mehr Punkte erreichen. So sind zum Beispiel Kombinationen aus Hazards und Cannons möglich. Maximal können zehn Punkte mit einem Stoß erzielt werden. Das der Fall, wenn ein Hazard über den Objektball einschließlich Cannon gespielt wird und anschließend alle drei Bälle in die Taschen versenkt werden. Drei Punkte kann ein Spieler beispielsweise erzielen, wenn der eigene Spielball zuerst den roten Ball trifft und diesen versenkt. Gespielt wird im Rahmen einer vorher bestimmten Zeit oder bis ein Spieler einen zuvor fe

stgelegten Punktestand erreicht hat.

Englisches Billard blickt auf eine lange Tradition und ebenso erfolgreiche Spieler zurück. Zu nennen sind hier vor allem William Cook und John Roberts Jr. Im 19. Jahrhundert sowie Mel Inman, Tom Newman und Joe Davis zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Seit vielen Jahren dominieren der Engländer Mike Russell und der Inder Geet Sethi die Szene. Beide wurden jeweils neun Mal Weltmeister im Englischen Billard. Auch die Engländer Peter Gilchrist und der Inder Pankaj Advani sind aus dem Geschehen nicht wegzudenken. Ebenso wenig wie eine Reihe an sehr prominenten und erfolgreichen Billardspielerinnen wie etwa die Engländerinnen Kelly Fisher und Emma Bonney und die Inderinnen Anuja Chandra und Chitra Magimairaj.

Im Englischen Billard wurde übrigens auch der allererste Billard-Weltmeister der Geschichte gekürt. So gilt das Match zwischen John Roberts Sr. und William Cook im Jahr 1870 als die erste Partie um den Weltmeisterschaftstitel in der Geschichte des Billardspiels. Profi-Weltmeisterschaften im Englischen Billard finden jährlich statt, auch Amateur-Weltmeisterschaften werden regelmäßig ausgetragen. Auch Englisches Billard erfreut sich einer großen Beliebtheit, wenngleich es mit Poolbillard, Snooker und Carambolage in seiner Popularität nicht mithalten kann. Die Kombination der einzelnen Billard-Varianten ist jedoch sehr reizvoll und eine große Herausforderung für jeden Billardspieler. Englisches Billard findet verstärkt auch hierzulande immer mehr Liebhaber, nicht zuletzt wegen der recht großen Medienpräsenz in den TV-Sportsendern, die hochklassige Turniere übertragen.